Kultur
Kultur ist für mich Geschichtenerzählen mit Musik, mit Bildern, Tanz, Schauspiel, Puppenspiel, Akrobatik… Die Möglichkeiten wie Themen von den unterschiedlichsten Menschen künstlerisch verarbeitet werden sind so vielfältig, dass ich immer wieder aufs Neue überrascht werde und ins Staunen komme.
Walter Sittler liest aus Erich Kästners Kindheitserinnerungen.
„Als ich ein kleiner Junge war … “ Immer wieder setzt der Schauspieler und Grimme-Preisträger Walter Sittler mit diesem Satz zu neuen Erzählungen aus dem Leben Erich Kästners an. Und die Zuschauer in der Offenburger Reithalle ließen sich von dem inszenierten Monolog nach der autobiographischen Erzählung des bekannten Kinderbuchautors am vergangenen Sonntagabend faszinieren.
Badische Zeitung, 03.12.2013
Ein vielgeliebtes und überfordertes Kind – Offenburg – Badische Zeitung
Die Junge Theaterakademie Offenburg bringt "Peter Pan" in eigener Fassung auf die Salmen-Bühne.
„Regisseur und Autor Paul Barone hat die Geschichte von Peter Pan geschickt eingefasst in eine Rahmenhandlung in der heutigen Welt mit Eltern, die vor allem die Bildungsoptimierung ihrer Kinder im Blick und kaum noch Sinn haben für Spiel und Fantasie.
Doch durch die Abenteuer der Kinder werden Erinnerungen an die eigene „Insel Kindheit“ geweckt. So können endlich auch die Kinder zurückkommen und mit ihnen sind auch Indianer, verlorene Kinder und sogar die Piraten im Hause Darling willkommen. „Vielleicht braucht man einfach einmal ein Abenteuer, um herauszufinden, wer man ist, wer man werden möchte und was man überhaupt vom Leben will,“ meint eine der Erzählerinnen in dem Stück.“
Badische Zeitung, 09.12.2016
Tanztheater „Bounce“ von der französischen Compagnie Arcosm.
„Eine Stunde ohne Unterbrechung sind die Vier beschäftigt, sich an dem Ding auf der Bühne tänzerisch, akrobatisch, musikalisch und schauspielerisch abzuarbeiten.
Absurd scheint, was die Vier auf der Bühne mit dem unverrückbaren Kubus und mit sich anstellen. Und doch spiegelt ihr Spiel die Strategien des modernen Menschen im Umgang mit dem Unbekannten und Unbequemen. Mit Fantasie und Spielkraft gelingt es schließlich, den Kubus zu integrieren – als Turngerät, musikalische Oberfläche oder Vermittler zwischen den Paaren.“
Badische Zeitung, 27.03.2017
Kampf mit dem unverrückbaren Kubus – Offenburg – Badische Zeitung
Puppenparade spielt Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“.
„Reichs- und weltfrei“ sieht sich Kohlhaas nach seiner Wandlung, bei der Bart, Haar und Anzug fallen und ein kahlköpfiger, muskelbepackter „Terrorist“ entsteht. Und er geht, die Städte anzuzünden und zu berauben. Brisant aktuell ist das, diese Wandlung des unbescholtenen Bürgers, der Opfer herrschaftlicher Willkür, korrupter Justiz und vorauseilendem Beamtengehorsam wird, zum blindwütigen Terroristen. Und gleichzeitig schafft es die Theatertruppe, das Publikum mit einzubinden in diese „Frage nach Gerechtigkeit“. Wiederholt spielt Kautz mit den Puppen und dem Publikum… Rechtsgelehrter, Staatsbeamtin, Richter, Geschäftsmann und Kirchenvertreter – sind kleine Figuren, scheinen dem Kasperletheater entsprungen… Humor tut diesem Stück gut.“
Badische Zeitung, 26.03.2018
Brisant-aktuelle Wandlung vom Bürger zum Terroristen – Offenburg – Badische Zeitung
Flamenco: Das Gitarrenduo Café del Mundo lässt sein Publikum auf zwei Gitarren durch Europa reisen.
„Für Flamenco muss man die Quellen aufsuchen“, erklärt Pascal, und so ist der Abend gespickt mit Anekdoten zu den verschiedenen Stücken, ihrer Herkunft und Entstehungsgeschichten. Auf der Suche nach der eigenen Folklore sind die beiden auf Franz Schuberts Lied zum Gedicht des Erlkönigs gestoßen. Sie spielen ihre Gitarrenbegleitung vor einer Videoleinwand, die Opern- Kunstliedsänger Henryk Böhm zeigt.
Aber auch bei ihrer Königsdisziplin dem Flamenco arbeitet das Duo mit Brüchen und erntet Applaus und Gelächter, als sie vom rasanten Flamencorhythmus auf einmal in gemächlichen Rock’n’ Roll fallen. Die beiden spielen mit und auf ihren Gitarren und das Publikum dankt immer wieder mit tosendem Applaus.
Am Ende sind die Finger warm, die Stimmung gut und so folgt Zugabe um Zugabe. Als das Publikum zum Applaus steht, setzen sich die Musiker ganz entspannt an den Bühnenrand und zupfen noch „Girl of Ipanema“.
Badische Zeitung, 29.01.2019
Saitensprünge vom Flamenco über Schubert zum HipHop – Offenburg – Badische Zeitung
Albert Camus: „Der erste Mensch“.
Joachim Król und das Orchestre du Soleil bringen Albert Camus’ autobiographisches Romanfragment „Der erste Mensch“ auf die Bühne.
„Das Kind sieht sich zwischen zwei Welten, die nicht miteinander zu verbinden sind: Die bürgerliche Welt des Lycées, zuhause die Welt der Arbeit, der Armut und des Analphabetismus. „Ich lernte die Scham kennen und die Scham, mich zu schämen.“ Überaus berührend die Szene, in der die Mutter über die Schulter des Jungen schaut und mit schwieliger Hand andächtig über die buchstabengefüllten Seiten streicht, bevor sie im Dämmerlicht wieder an ihren Platz am Fenster mit Blick auf die Straße zurückkehrt. Camus benennt den Fluch der Armut, die Notwendigkeit des Geldverdienens und eine Fremdenfeindlichkeit bedingt durch die Angst vor dem Verlust der Arbeit. Treibende Kraft ist ihm „ein Hunger auf alles, was man nicht kaufen kann.“
Badische Zeitung, 06.02.2020
„Ich hoffe, es wird Gründe geben, alt zu werden“ – Offenburg – Badische Zeitung
Malerei und Zeichnungen von Chang Min Lee und Eun Hui Lee in der Städtischen Galerie Offenburg.
„Die Werke von Eun Hui Lee sind nicht weniger farbenfroh, sie arbeitet jedoch mit feinem Pinselstrich und damit sehr viel weniger materialintensiv. In ihren mit Ölfarbe kolorierten Zeichnungen stellt sie alltägliche und absurde Szenen da, kombiniert Chilli-Schoten mit Brötchen und Brezel mit koreanischen Essstäbchen. Zitate aus der Kunstgeschichte finden sich in ihren Bildern, genauso wie surreale Szenen. „Ich schaue, beobachte und suche nach der Schönheit, dem Positiven, auch dem Absurden in den Dingen“, erklärt Eun Hui Lee, während sie das großflächige Bild „Herr Sammler“ kommentiert. Ölfässer, die wie bunte Seifenblasen anmuten, werden auf einem Karren durch das großformatige, in allen Farben leuchtende Bild gezogen.“
Badische Zeitung, 13.07.2021
Künstlerpaar zeigt sich in seiner Arbeit komplementär – Offenburg – Badische Zeitung
Alfons in Offenburg: "Jetzt noch deutscherer".
„Ein faszinierendes Spiel mit Fiktion und Wahrheit bietet der Komiker Alfons in der Offenburger Reithalle. Das Publikum applaudiert stehend.
Hat er bei seinem letzten Besuch in Offenburg 2017 neben einem launigen Blick auf die Weltlage – Trump-Wahl, Demokratieverständnis Putin, Flüchtlingskrise und Diesel-Skandal – sein Publikum bereits mitgenommen in seine eigene Jugend mit nachdenklich-philosophischen Momenten, wagt er in seiner neuen Bühnenshow „Alfons jetzt noch deutscherer“ ein ganz besonderes Experiment. Er verspricht eine wahre Geschichte, bei der alle überrascht, einige vielleicht auch irritiert sein werden. Und startet, ganz Alfons, mit seinen humorigen Überlegungen zu typisch Deutsch, typisch Französisch.“
Badische Zeitung, 06.05.2023
Alfons in Offenburg: „Jetzt noch deutscherer“ – Offenburg – Badische Zeitung
Kirchenkonzert zugunsten evangelischer Flüchtlingshilfe in Straßburg.
Die Stimme des Syrers Kinan Alzouhir füllt den Kirchenraum.
„Die Akustik der Thomaskirche, die die lutherische Hauptkirche der gesamten Region ist, wirft die orientalischen Melodien mehrfach zurück. Es entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Kinan Alzouhir hat Musik am Konservatorium in Damaskus studiert und lebt seit einigen Jahren im Elsass. Seine Stimme nutzt er für Musik ohne Worte oder er singt in den Sprachen Arabisch und Aramäisch, der Sprache Jesu, die heute noch in einigen Teilen Syriens gesprochen wird.
„Töne des Friedens“: Traugott Fünfgeld interpretiert sein Stück „Dona Nobis Pacem“ an der Silbermann-Orgel aus dem 18. Jahrhundert.
Melodien aus Israel, Palästina und dem Libanon werden vom Choral „Verleih uns Frieden gnädiglich“ abgerundet. Einen Kontrastpunkt zur feierlich-klassischen Orgelmusik setzt die junge temperamentvolle Musikerin Lúcia de Cavalho. Sie lässt sich von Musik aus Afrika und Brasilien inspirieren, singt portugiesisch, englisch, spanisch und zu Rhythmen aus Afrika und Brasilien.“
Badische Zeitung, 08.06.2024
In der St. Thomaskirche wurde getanzt – Straßburg – Badische Zeitung
Herbstkonzert mit Vier Jahreszeiten von Vivaldi und Piazzolla.
„Der musikalische Dialog zwischen Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ aus dem europäischen Spätbarock und dem Jahreszeiten-Zyklus des Argentiniers Piazzolla aus dem 20. Jahrhundert ist gelungen. Obwohl in Epoche und Temperament unterschiedlich, vermitteln die Kompositionen die Stimmungen der dritten Jahreszeit auf unterschiedlichen Kontinenten ähnlich und sehr intensiv.“
Texte von Hermann Hesse und Karl Ove Knausgård.
„Nach der Pause nimmt Mosalini das Publikum mit in das Erwachen des Frühlings in Buenos Aires. Das Bandoneon spielt ein mitreißendes Fugenthema, Barans Geige singt dazu, die gezupften Streichinstrumente verleihen dem „Frühling“ Heiterkeit. Hermann Hesse drückt in seinem Text Freude aus über die neu belebte Natur und seinen Garten.“
Badische Zeitung, 16.10.2025
Das Offenburger Concertino feierte sein Jubiläum mit Herbstmusik – Offenburg – Badische Zeitung
